It's money that matters

Die in der Presse bereits Anfang des Jahres angekündigten und vom Minister einen Monat später bestätigten Sparmaßnahmen im Bildungswesen, der daraufhin geäußerte und sofort auf Widerstand der Lehrergewerkschaften gestoßene Regierungsvorschlag, sowie die sich in diversen Petitionen manifestierende und in einem Streikaufruf gipfelnde Reaktion auf die geplante Reform des Gesetzes über die Studienbeihilfen zeigen momentan wie kontrovers die Frage ob öffentliche Bildung eher als Ausgabe oder Investition anzusehen ist diskutiert wird.

In einem Artikel der ZEIT wird heute berichtet, dass Forscher der Universität Harvard (beide Ökonomen) herausgefunden haben wollen, dass Geld nicht ausschlaggebend sei für den Erfolg einer Schule. Die Autorin:

"Wie haben die Forscher eine Schulkultur gemessen, die bessere Leistungen ermöglicht? An der Menge des Feedbacks, das die Lehrer erfuhren, der Zahl der Tage, an denen Schüler in kleinen Gruppen unterrichtet wurden, an der Anzahl der Bewertungen und Beurteilungen, die die Schüler bekamen, und schließlich an der Zahl der Stunden, die die Schüler tatsächlich an ihren Tischen verbrachten. Jeder der Faktoren korrelierte mit besseren jährlichen Testergebnissen. Die traditionellen Zutaten, die man gewöhnlich für wichtig hält, zeigten nicht diese Korrelation."

Bevor man eventuell der Versuchung erliegt, diese Ergebnisse auf das deutsche (oder luxemburgische) Schulsystem zu übertragen, wäre wohl erstmal zu klären wie man die Umstellung von einem altmodischen System auf ein modernes, das den Gegebenheiten der untersuchten amerikanischen Schulen Rechnung trägt, bewerkstelligen könnte. Ich beschränke mich mal, im folgenden auf die zitierten Faktoren einzugehen.

- Um eine möglichst zeitnahe Feedback-Kultur zwischen allen Akteuren der Schule zu gewährleisten müssten heutzutage alle (Schüler, Lehrer und Eltern) auf sichere Informations- und Kommunikationstechnologie zurückgreifen und auch kompetent sein diese nutzen zu können. In diesem Bereich bleiben aber im luxemburgischen Schulwesen noch viel Sensibilisierungsarbeit zu bewältigen sowie infrastrukturelle Lösungen zu suchen.

- Um in kleinen Gruppen unterrichten zu können, braucht man entsprechende Räume die in vielen Schulen fehlen und wohl auch kaum durch Renovierungsarbeiten alter Schulgebäude schnell zu realisieren wären, jedenfalls nicht auf kostengünstige Art und Weise, wenn man betrachtet wie öffentliche Gebäude in Luxemburg renoviert oder geplant werden.

- Schließlich müssten die Unterrichtszeiten den Lebensrhythmen angepasst werden, wobei auch unbedingt in den Stundenplänen der Grundschule sinnvolle Möglichkeiten zur Bewegungsentfaltung vorgesehen sein sollten. Im Sekundarunterricht könnte man hingegen beispielsweise Standing Desks zur Verfügung stellen, damit sich eventuell zusätzliche an Tischen verbrachte Zeit nicht negativ auf die physische Gesundheit der Jugendlichen auswirken würde.

Somit wird wohl auch diese Schule ihren Preis haben, werte Ökonomen. Demnach wäre es besser heute sinnvoll in die Schule zu investieren, um dadurch in Zukunft redundante finanzielle Mittel einzusparen, statt heute zu sparen, und in der Zukunft wieder mehr Mittel zu fordern um die negativen Auswirkungen der heutigen Sparmaßnahmen auszumerzen.